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Großenkneten, Juli 2008
Liebe Besitzertrainerinnen und -trainer,
obwohl wir über 400 Mitglieder verzeichnen, findet sich zum alljährlichen Besitzertrainerseminar und zur Mitgliederversammlung stets nur ein harter Kern von knapp 20 Trainern ein. Ich tröste mich damit, dass es anderen bundesweiten Organisationen nicht anders geht. Ob Erntezeitpunkt oder Benzinpreis, es gibt ja viele gute Gründe, eben nicht quer durch die Republik zu reisen für Informationen, die man ohnehin bekommt, und für Regularien, die nicht gerade die Welt oder den Rennsport aus den Angeln heben. Der beste Grund ist jedoch der, dass man mit der Vereinsführung hinreichend zufrieden ist, und keine Notwendigkeit sieht, ihr anlässlich des Jahresberichtes die Leviten zu lesen. Ich hoffe, das war der wirkliche Grund.
Wahlen standen dieses Jahr nicht an. Der Kassenbericht wies für 2007 einen Überschuss von 4443,31 Euro aus. Neben den Portokosten und Reisekosten zu den Direktoriumssitzungen fiel nur ein symbolischer Stützungsbeitrag zu den Winterrennen in Höhe von 1500,- Euro ins Gewicht. Ich nehme das zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass der Erhalt der Winterrennen gerade für Besitzertrainer, aber auch für den gesamten Sport, unerlässlich ist. Erstaunlich, dass etliche Renntage mangels Besetzung ausfallen mussten. "Der frühe Vogel frisst den Wurm." Wie Sie alle gelesen haben, habe ich in diesem Winter als "früher Vogel" profitiert.
Die Kassenprüfer fanden keine Beanstandung, die Mitgliederversammlung erteilte dem Vorstand einstimmig Entlastung. |
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Schwerpunkt meines Jahresberichtes war der Stand der Strukturreform:
Die Gespräche und Verhandlungen mit dem ja bereits mehrfach in der Öffentlichkeit genannten Investor aus England befinden sich in einem weit fortgeschrittenen Stadium, und es besteht gute Hoffnung, dass es zu einem baldigen Abschluss kommen kann. Aber wie auch im menschlichen Leben kann es trotz "guter Hoffnung" schließlich immer noch eine Totgeburt geben. Zurzeit wird um einige Detailfragen der Verantwortungsverteilung und des Geschäftsplanes gerungen. Beide Seiten zeigen dabei ernsthaftes Interesse am Abschluss und sind zu Kompromissen bereit.
Das Zögern einiger Rennvereine hinsichtlich der Einbringung (ich betone ausdrücklich "Einbringung" und nicht "Abtretung") ihrer immateriellen Rechte in das gemeinsame Konzept hat bedauerlicherweise zu erheblichen Verzögerungen geführt. Aber auch die Prüfung der steuerlichen Beurteilung durch das Finanzamt mit einer "verbindlichen Auskunft", die neuerdings sehr teuer gebührenpflichtig ist, hat Zeit gekostet. Jede Änderung an den Vertragsentwürfen bedarf einer sorgfältigen steuerlichen und rechtlichen Prüfung. Auch wenn wir alle ungeduldig auf ein Ergebnis warten, diese Zeit muss sein. Verträge, die sich als teurer Flop erwiesen, hatten wir in der Vergangenheit genug.
Wer nun erwartet, dass mit dem Vertragsabschluss die Rennpreise verdoppelt und alle Rennbahntoiletten neu gestrichen werden, wird enttäuscht bleiben. Die einzubringende Investitionssumme ist schnell "verbraten", wenn sie nicht genutzt wird, um ein rennsporteigenes Wettannahmesystem in Wettlokalen und im Internet zu schaffen, das dem Rennsport Erträge zurück bringt, die in den letzten Jahren zunehmend in dunkle Kanälen an der Steuer und am Sport vorbei versickert sind. Die Investition kann nicht die Rennpreise finanzieren, sie kann nur eine Starthilfe zum Generieren von Einnahmen sein, mit denen dann Rennpreise und Rennbahnen saniert werden können.
Heiß wurde nach dem Bericht das Für und Wider dieses Projektes diskutiert, ebenso öffentlich kolportierte Alternativen, von denen keine derzeit ernsthafte Konturen oder Erfolgsaussichten aufweisen.
Verschiedene Ideen zur Verbesserung der aktuellen Situation wurden angedacht und diskutiert. Dabei erwies sich manch Gedanke als nützlich, aber als Tropfen auf den heißen Stein, mancher als bereits vergeblich erprobt, mancher als rechtlich nicht machbar, und…, und… - Natürlich gibt es keine Patentlösung, die schlagartig wieder goldene Zeiten aufziehen lässt. Aber wer einen Vorschlag hat, auch nur für Teillösungen, bitte zu mir damit. Wir werden alle Vorschläge im kleinen Brainstorming-Kreis durchdenken und –rechnen. |
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Für die vorgesehene Vorstellung des neuen Trainerservices hatte das Direktorium freundlicherweise PC, Internetanschluss und Beamer zur Verfügung gestellt, beim Probelauf morgens klappte alles wunderbar – und nachmittags streikte dann der zentrale Server wegen der Umstellungsarbeiten. Sorry!
Hinweis an alle, die am PC sitzen: Zugang nach Registrierung über www.direktorium.de. Einfach ein bisschen hineinschauen und üben. Meine Empfehlung geht zum Kompakt-Plus-Abo, das einige nützliche Funktionen mehr enthält als die kostenlose Nutzung für Trainer. Da es zugleich den Bezug des Wochenrennkalenders einschließt, ist es im Quartal unter dem Strich nur wenige Euro teurer als das Pflicht-WRK-Abo allein.
Wie bei jedem neuen Programm tauchen Probleme, Würmer und Verbesserungswünsche erst im Alltagsbetrieb auf. Wenn Ihnen etwas Verbesserungsbedürftiges auffällt, mailen, faxen oder schreiben Sie es mir. Ich gebe Ihre Anregungen – wenn machbar – an die richtige Adresse weiter.
Ebenfalls meine Bitte, mir Signal zu geben, wenn Ihnen Unstimmigkeiten oder Ungerechtigkeiten in der Rennordnung über den Weg laufen. Auch da bin ich am Ball. Bei kritischer Durchsicht der RO habe ich für die nächste Sitzung der Technischen Kommission etliche Korrekturen, Aktualisierungen, Vereinfachungen oder übersichtlichere Gestaltungen zusammen getragen. |
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Im morgendlichen Seminar zu aktuellen Fragen im Steuer- und Arbeitsrecht wurden neben den Neuerungen die immer wieder Probleme bereitenden Fragen zur Umsatz- und Einkommensteuer erörtert.
Grundsätzlich ist die Haltung von Rennpferden einkommensteuerrechtlich Liebhaberei. Das bedeutet, dass selbst für hohe Renngewinne keine Einkommensteuer fällig wird, Verluste aus der Pferdehaltung aber auch nicht von anderen Einkünften abgesetzt werden können. Das hat aber keine Auswirkungen auf die Umsatzsteuer. Renngewinne, Pferdeverkäufe oder Pensionseinnahmen sind grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig. Nur Kleinunternehmer sind davon befreit. Kleinunternehmer ist, wer im vergangenen Jahr nicht mehr als 17 500,- € solcher Einnahmen (nicht nur Gewinne) hatte. Auch der Kleinunternehmer kann erklären, dass er auf dieses Privileg verzichtet. Das kann Sinn machen, wenn die ausgewiesenen Vorsteuern in den Rechnungen der Lieferanten und Dienstleister mehr ausmachen, als die eigene Umsatzsteuerschuld. Dieses Mehr wird vom Finanzamt erstattet. Aber Achtung: die Umsatzsteuer ist an die Person des Unternehmers gebunden. Wenn Sie beruflich als Handwerker, Tierarzt, Kaufmann oder was auch immer tätig sind, werden für die Frage "Kleinunternehmer?" alle Einnahmen, Handwerk plus Pferde, zusammengezählt.
Wenn Sie Vorsteuern geltend machen, tragen Sie als Rechnungsempfänger jetzt die alleinige Verantwortung, dass der Aussteller umsatzsteuerberechtigt ist, den richtigen Satz angewendet hat und auch richtig gerechnet hat. Sie dürfen sich nicht mehr einfach auf die Rechnung verlassen.
Ebenso kann die Vorsteuer nicht geltend gemacht werden, wenn nur eine der gesetzlichen Zutatenliste in der Rechnung fehlt: Name und Adresse des Ausstellers und des Empfängers, Rechnungsdatum, Steuernummer, laufende Nummer, Grund der Rechnung mit Datum der Erbringung, Nettobetrag, Umsatzsteuersatz und –betrag, Gesamtbetrag. Gern vergessen werden Steuernummer und laufende Nummer. Ohne diese ist die Rechnung nichts wert.
Ihre Umsatzsteuerpflicht oder –option müssen Sie dem Direktorium mitteilen, damit Sie die Umsatzsteuern auf Ihre Renngewinne auch ausgezahlt bekommen.
Pensionseinnahmen können nicht mehr nach Miete, Futter und Beritt gesplittet werden, sondern unterliegen geschlossen der Umsatzsteuer von 19%.
Die Abschreibungsbestimmungen wurden 2008 geändert. Geringwertige Wirtschaftsgüter konnten bis lang bis zu einem Nettopreis von 410,- Euro im Jahr der Anschaffung sofort abgeschrieben werden. Diese Grenze wurde auf 150,- Euro abgesenkt. Anschaffungen zwischen 150,- Euro und 1000,- Euro sind in einem Pool zusammenzufassen und über 5 Jahre abzuschreiben. Tolle Vereinfachung.
Der Beitrag zur Pflegeversicherung wurde ab 1.7.2008 von 1,7% auf 1,95% erhöht. Das Recht von Arbeitnehmern, sich für die Pflege naher Angehöriger 10 Tage unbezahlten Urlaub zu nehmen, gilt nur für Betriebe mit über 15 Mitarbeitern, also keine Panik.
Die Bauabzugssteuer ist offenbar den wenigsten bekannt. Alle Rechnungen von Handwerkern, also Maler, Dachdecker, Fliesenleger usw. dürfen Sie nicht voll bezahlen. 15% der Summe müssen Sie direkt an das Finanzamt des Handwerkers überweisen, es sei denn, der Handwerker legt Ihnen eine Freistellungsbescheinigung seines Finanzamtes vor. Diese Pflicht betrifft nur Unternehmer, aber Sie sind als Besitzertrainer automatisch Unternehmer im Sinne des BGB. Und ebenfalls gilt das nicht für Bagatellbeträge unter 5000,- € im Kalenderjahr. Achtung: erste Rechnung im Mai unter 5000,- € voll bezahlt, die zweite Rechung im November, die den Jahresbetrag über die Schallmauer hebt, müssen Sie um die 15% von beiden Rechnungen kürzen. Alle Klarheiten beseitigt? |
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| Die Künstlersozialkasse hat entdeckt, dass die Gestaltung einer Homepage der Beitragspflicht zu dieser Kasse unterliegt, und zwar in Höhe von knapp 5% für den Künstler, selbst wenn es ein Schüler ist, und noch einmal für den Auftraggeber. Die Prüfer der Sozialversicherung haben ein waches Auge darauf geworfen. |
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| Die Lohnsteuerkarte fällt 2009 ganz weg, schon in diesem Jahr ist die Lohnsteuerbescheinigung am Ende des Jahres per EDV zu erstellen. Dann darf die Lohnsteuerkarte dem Mitarbeiter nicht mehr ausgehändigt werden, sondern ist zu vernichten oder zu den Akten zu nehmen. Wechselt ein Mitarbeiter im Laufe des Jahres, bleibt 2008 alles beim alten. |
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| Sollten Sie ein Waldgrundstück besitzen, das größer als 0,25 ha ist, hält die Berufsgenossenschaft Sie für einen forstwirtschaftlichen Unternehmer mit besonders liebevollen Beitragssätzen und verlangt zudem von Ihnen, eine Schnittschutzhose, einen Helm und Schallschützer vorzuweisen, ob Sie sägen oder nicht. |
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| Wir haben eine neu gestaltete Homepage: www.besitzertrainer.com – gestaltet und gesponsert von DANZ Kreative Medien, in 66625 Nohfelden. |
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Mit allen guten Wünschen für die zweite Jahreshälfte
Hans-Heinrich Jörgensen
Vorsitzender |
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